Dienstag, 26. Mai 2009

Schweinegrippe in Japan


In Deutschland liegt die Zahl der Erkrankungen derzeit bei 15 Fällen, das scheint mir nicht viel, wenn man bedenkt, dass die erste Erkrankung doch schon einige Zeit zurück liegt. Wie geht man denn mit dem Thema Schweinegrippe in Japan um? Sehr schnell nach Beginn der Ausbreitung in Mexiko und den USA wurden an den Flughäfen Kontrollen eingeführt. Bei allen Flügen aus Mexiko und USA wurde den Passagieren noch im Flugzeug Fieber gemessen. Das bedeutete ca. 1 Stunde im Flieger warten. Wir haben es bei einem Bekannten der grad nach Japan einreiste selbst erlebt. Zwei Tage nach der Einreise wurde dann telefonisch nach dem Befinden der Person gefragt. So durfte man sich auf der Insel doch ganz gut geschützt fühlen. Aber was würden die Behörden machen, wenn dann wirklich mal einer mit Anzeichen der Grippe im Flugzeug sitzt? Gar nicht erst ins Land lassen?

Dumm nur, dass es dann vor etwa 2 Wochen eine japanische Schülergruppe war, die von einer Reise nach Canada zurück kam, bei der 3 Erkrankungen festgestellt wurden. So langsam wurden die Japaner nervös.

Letzten Freitag dann die Meldung der ersten Ansteckung innerhalb Japans. Am Samstag waren es dann schon 8 Personen, und das dann ausgerechnet in unserer Stadt, Kobe. Die Behörden reagierten schnell. Sofort wurden in der Stadt und im Landkreis alle Kindergärten und Schulen für eine Woche geschlossen. Die Ansteckung erfolgte nämlich über Schüler. Einige der 8 Erkrankten haben an dem Tag an einem Sport-Vergleichswettkampf mehrerer Schulen teilgenommen. Am Montag lag die Zahl der betroffenen Personen bei 132. Die Zahl steigt weiter, aber nicht mehr so rasant, breitet sich aber über Japan aus.

Für die Japaner ist diese Grippewelle eine Katastrophe. Schon im Normalfall hat man Angst in der Masse angesteckt zu werden. Aber bei dieser "unbekannten" Krankheit ist die Unsicherheit noch größer. Im Großraum Kobe/Osaka leben über 4,5 Mio. Menschen auf engem Raum zusammen. Die meisten benutzen Bahnen und Busse um in die Arbeit oder zur Schule zu kommen, da kann man der Begegnung mit Menschenmassen kaum ausweichen.

Die "Schutzmasken" sind für Japaner ein normales Bild in der Erkältungszeit, und zwar aus Rücksicht auf die Mitmenschen. Denn wer krank ist trägt eine Maske, und nicht wer sich schützen will (gelegentlich aber doch auch). Da kann man sich vielleicht vorstellen, dass augenblicklich fast jeder eine Maske trägt. Zwischenzeitlich waren diese Dinger in einigen Läden schon ausverkauft (das ist dann etwa so, als gäbe es in München keine Tempo-Taschentücher mehr).

Die eine Woche Zwangsferien sind jetzt wieder vorbei, es spielt sich alles wieder ein. Selbst in den japanischen Medien kann man ab und an was von der Paranoia der Japaner lesen.

Wir haben uns auch mal Schutzmasken zugelegt, die Kinder mussten welche für die Schule haben und zeigen mal ein (gestelltes) Foto.

Dienstag, 31. März 2009

Spargelzeit

Für manchen Erdenbürger mag das Essen nicht so wichtig sein, aber es gibt doch immer wieder besondere Höhepunkte. Wir haben uns ganz gut an die japanische Küche gewöhnt, es gibt einige ganz schmackhafte Dinge. Und doch vermisst man gelegentlich doch was. Ich bin in Norddeutschland aufgewachsen und wir hatten immer unseren eigenen Spargel im Garten. Dann hab ich 13 Jahre in Mittelfranken gelebt, auch ein ausgewiesenes Spargelanbaugebiet. Doch in Japan kennt man anscheinend nur den grünen Spargel. So haben wir also fast zwei Jahre darauf verzichtet. Aber heute dann, welch eine Überraschung, in einem größeren Einkaufscentrum, in dem wir bisher nur einmal waren, gab es frischen weißen Spargel. Fein säuberlich in je 5 Stängelchen abgepackt, aus Thailand importiert. Wir haben gleich einen gekauft und so gab es dann heute am Abend Spargel mit Salzkartoffeln. Ein unvergleichlicher Geschmack.

Samstag, 28. März 2009

Google Earth

Wer schon immer mal sehen wollte wo wir leben, hier nun mal unsere Google Earth Koordinaten:

Wohnung Kobe: 34° 43' 55.30'' N, 135° 14' 45.98'' E

Unser Arbeits- und Wohnort ab Sommer 2009, Karuizawa Fellowship Bibel Camp:
36° 19' 20.00'' N, 138° 34' 01.00'' E

Für Kobe gibt es auch schon sehr schöne Street View Daten, einfach unter Google Earth einschalten und mal vor unser Haus stellen und den Rundumblick bestaunen. Die Bilder sind ca. 1 Jahr alt, wir waren an dem Tag zuhause, unser Auto steht auf dem Parkplatz.

Montag, 23. März 2009

Nena international

War grad kurz mit dem Auto in der Stadt und hab dabei Radio gehört. Der Sender spielt halbwegs moderne Musik, aber natürlich zu 80 Prozent japanische Lieder und den Rest auf Englisch. In einigen besonderen Sendungen sind sogar die Ansagen teilweise Englisch. Aber heute dann zu meiner Verwunderung was auf Deutsch. Nena, mit 99 Luftballons. Da fragt man sich dann, wieviele Jahre das eigentlich schon her ist.

Sonntag, 22. März 2009

Heizoel in Japan

Bevor der Winter ganz vorbei ist, schnell noch ein Eintrag.

In Japan kennt man keine Zentralheizung. Man heizt mit Gas, Strom oder mit kleinen tragbaren

Kerosinöfen bei denen man einen kleinen Tank ständig nachfüllen muss. Hierfür hat man einen blauen 20-Liter Kanister. Einmal in der Woche kommt der Heizoellieferant durchs Wohngebiet gefahren und man kann, wenn nötig, seinen Kanister auffüllen lassen. Der Heizoelwagen kündigt sich mit einer lauten Erkennungsmelodie an, die man schon 15 Minuten vorher hören kann (und auch noch etwa 15 Minuten danach, so hat man 30 Minuten Begleitmusik). Unsere Kinder können dieses Lied bereits fröhlich mitsingen.

Es gibt auch noch andere Dienste, die sich so ankündigen. Wenn ich mal wieder einen vor die Kamera bekomme, wird es hier gezeigt.

Siehe auch Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=-lK7KD23-aU


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Mittwoch, 11. März 2009

Sprache und Kultur lernen

Wir haben 4 Wochen Ferien in der Sprachschule. Anfang April fängt, wie an allen Schulen in Japan, dann das neue Schuljahr an. Da kann ich mal was zur Sprache schreiben.
Das Schöne am Japanisch ist, dass sie Wörter, die aus anderen Sprachen übernommen wurden, in einer extra Lautschrift schreiben. Diese hat die gleichen Silben wie Hiragana (die Lautsilbenschrift für die ursprünglich japanischen Wörter), sieht aber eben etwas anders aus und heißt Katakana. So erkennt man schön schnell ein Wort das aus einer anderen Sprache kommt, und kann dieses oftmals auch schnell übersetzen.
Wir haben vor kurzem das Wort für „Schule schwänzen“ gelernt, es heißt „saborimasu“. Was man nicht gleich erkennt ist, dass es aus dem Französischen kommt, abgeleitet von „sabotieren“. Auf diesem Hintergrund kann man etwas aus der japanischen Kultur lernen. Es gab früher kein eigenes Wort für Schule schwänzen, weil sowas praktisch nicht vorkam. Mit der Zeit hat sich dies dann wohl doch geändert, aber es blieb ein Vergehen, dass gegen die gesellschaftlichen Normen verstößt, darum wohl auch die Anlehnung an sabotieren. Zwischenzeitlich hat das Wort den Wandel zu einem richtigen japanischen Wort geschafft und wird in Hiragana geschrieben.
Noch heute sind die Schulen hier in Japan sehr straff und autoritär geprägt. Der Leistungsdruck ab der Mittelstufe ist enorm, es bleibt wenig freie Zeit für die Schüler. Wer in der Schule nicht mitkommt verbaut sich jegliche Aussicht auf ein irgendwie erfolgreiches Berufsleben.

Dienstag, 25. November 2008

Japanisch lernen

Liebe Freunde,

jetzt lernen wir also schon ein Jahr diese Sprache und freuen uns immer wieder an den "Besonderheiten". Es gibt fast täglich was zu lachen in der Sprachschule. Aber auch immer mal wieder Tage und Situationen, in denen wir denken, das lernen wir nie.

Über das Internet haben wir Kontakt zu einem anderen deutschen Missionarsehepaar bekommen, das auch an der Sprache dran ist (ganz im Norden von Japan, in Sapporo). Sie verwenden das gleiche Material wie wir und haben einen tollen kurzen Clip erstellt. Sie haben uns den zukommen lassen und so können wir ihn hier einstellen (Danke). Die Urheber sind im Clip genannt.

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Montag, 17. November 2008

DSK Wohltätigkeitskonzert

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Konzert zugunsten der Deutschen Schule.
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Deutscher Weihnachtsmarkt Osaka

Wir haben uns eine neue kleine Digi-Cam zugelegt, mit der man auch kleine Filmchen in ganz guter Qualität aufnehmen kann. So also jetzt immer mal wieder ein kleiner Eindruck aus Japan.

Den Anfang macht die Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Osaka.
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volles Kinderprogramm

In der vergangenen Woche hatten unsere Kinder an der Deutschen Schule Kobe ein volles Programm, und wir Eltern sind oftmals fröhlich mitgegangen. Es begann mit dem Sportfest, in etwa sowas wie die Bundesjugendspiele. Ricarda konnte ihren ersten Platz des letzten Jahres in der Schulwertung zwar nicht ganz verteidigen, war aber doch wieder ganz vorne mit dabei.
Dann folgte ein Auftritt bei einem Musikfest einer benachbarten Japanischen Schule.
In der Vorweihnachtszeit sind die Kinder der Deutschen Schule auch gern gesehene Gäste bei Konzerten etc., um einige Weihnachtslieder (Deutsch/Englisch/Japanisch) vorzusingen.
So auch wieder bei der Eröffnung des Deutschen Weihnachtsmarktes in Osaka und dann am Samstag bei einem Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der Deutschen Schule.